Europäische Partnerschaften: Neu strukturiert für mehr Impact und Transparenz

Europäische Partnerschaften sind Initiativen, bei denen sich die EU-Kommission und private und/oder öffentliche Partner gemeinsam verpflichten, ein Forschungs- und Innovationsprogramm zu unterstützen. Private Partner können z.B. aus der Industrie kommen, öffentliche Partner können z.B. Ministerien sein. Im Kontext der Partnerschaften gibt es spezifische Förderaufrufe und zum Teil eigene Arbeitsprogramme. Unter Horizont Europa gibt es fünf energiespezifische Partnerschaften.

Nahaufnahme eines mit Nadeln gespickten Globus, Fokus auf Europa
©Fuse/Thinkstock

Partnerschaften im Bereich Energie

Die europäische „Clean Energy Transition Partnership“ (CETP) soll die Energiewende umfassend beschleunigen. Diese Partnerschaft bündelt Forschungsaktivitäten der EU-Mitgliedstaaten untereinander und mit Drittstaaten für den Themenbereich Energie.

Übergeordnetes Ziel der Partnerschaft CETP ist es, die EU zu einem Vorreiter bei Energieinnovationen zu machen und wesentlich dazu beizutragen, dass Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent im Sinne des „Green Deal“ wird. Mit gezielten Ausschreibungen von Förderaufrufen wird die Partnerschaft den Übergang zu einem kohlenstofffreien, flexiblen, nachhaltigen, zuverlässigen, bezahlbaren Energiesystem und zu den erneuerbaren Technologien vorantreiben.

Ende 2021 soll die Partnerschaft an den Start gehen. Ihr Budget beträgt voraussichtlich rund 750 Millionen Euro. Die Partnerschaft selbst ist im Arbeitsprogramm zu Cluster 5 ausgeschrieben und soll zwischen der EU-Kommission und Mitgliedstaaten geschlossen werden.

Mit ersten Ausschreibungen von Förderaufrufen durch die Partnerschaft wird Ende 2022 gerechnet.

Dies ist eine sogenannte ko-finanzierte Europäische Partnerschaftsinitiative.

 

Ihre Ansprechpartnerin: Ute Micke |

Unter dem neuen Namen „Clean Hydrogen“ setzt die EU die institutionalisierte öffentlich-private Partnerschaft FCH 2 JU fort. Ziel ist es, die Entwicklung und den Einsatz der europäischen Wertschöpfungskette für saubere Wasserstofftechnologien zu beschleunigen. Die Partnerschaft wird einen Beitrag zu einem nachhaltigen, dekarbonisierten und vollständig integrierten Energiesystem leisten und damit die Umsetzung der EU-Wasserstoffstrategie voranbringen.

Die Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationsaktivitäten der neuen Partnerschaft werden auf der Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff und auf der Infrastruktur liegen (Verteilung und Speicherung, auch von kohlenstoffarmem Wasserstoff).

Forschungs- und Innovationtätigkeiten auf Technologieebene zur Nutzung von Wasserstoff werden weiterhin in der Partnerschaft Clean Hydrogen berücksichtigt.

Dagegen wird die Wasserstoffnutzung in der Endanwendung auf Systemebene vorwiegend durch andere Partnerschaften abgedeckt. Die Nutzung im Transportbereich beispielsweise soll in Partnerschaften wie „Zero Emission Road Transport“ oder „Zero Emission Waterborne Transport“ vorangebracht werden.

Das Budget der Partnerschaft soll von öffentlicher Seite 1 Milliarde Euro betragen. Private Partner sollen das Finanzvolumen um mindestens 1 Milliarde Euro ergänzen.

Dies ist eine sogenannte institutionalisierte Europäische Partnerschaftsinitiative.

 

Ihr Ansprechpartner: Simon Serowy |

Batterien spielen eine zentrale Rolle für das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden. Um die Batterieforschung gezielt zu fördern und eine weltweit führende, nachhaltige und zirkuläre europäische Batteriewertschöpfungskette zu etablieren wurde eine öffentlich-private Partnerschaft zur Batterieforschung ins Leben gerufen.

Die Partnerschaft soll Europa darauf vorbereiten und entsprechend dafür ausrüsten, bis 2030 die Batterietechnologien der nächsten Generation herzustellen und zu vermarkten. Konkretes Ziel des entsprechenden Innovationsprogramms ist es, eine emissionsfreie Mobilität einzuführen und Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien zu schaffen. Damit wird diese Partnerschaft direkt zum Erfolg des European Green Deal beitragen.

Außerdem wird die Partnerschaft als Katalysator fungieren, um das Engagement der privaten Seite zu unterstützen und anzukurbeln: Sie wird die Bildung von Clustern und den Technologietransfer erleichtern, Wissen verbreiten und die neuen Fähigkeiten fördern, die für Entwicklung und Einführung der neuen Technologien erforderlich sind.

Partnership on Batteries in Horizont Europa

Die Ausschreibungen, die zu den Zielen der Partnerschaft beitragen, finden Sie in Destination 2 des Arbeitsprogramms von Cluster 5.

Dies ist eine sogenannte ko-programmierte Europäische Partnerschaftsinitiative.

 

Ihr Ansprechpartner: Dr. Maik Scholz |

Auf den Bau- und Gebäudesektor entfällt ein erheblicher Anteil unseres Energie- und Ressourcen­verbrauchs. Die Partnerschaft Built4People ist auf diesen Bereich ausgerichtet. Dabei stehen sowohl Aspekte der Nachhaltigkeit als auch der Mensch selbst im Mittelpunkt. In diesem Sinne verfolgen die Forschungs- und Innovationsvorhaben hier einen ganzheitlichen Ansatz. Zudem sollen sie den effektiven Übergang der Erkenntnisse in den Markt vorantreiben.

Auf den Gebäudebereich entfallen etwa 50 Prozent aller Rohstoffe, 30 Prozent des Wasserverbrauchs, 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der CO2-Emissionen. Der Anteil der Kohlenstoffemissionen liegt bei 10 bis 12 Prozent. Und: Die Abfallströme in Bau- und Rückbau sowie bei Abbrucharbeiten gehören mit 25 bis 30 Prozent zu den voluminösesten in der EU.

Um hier mehr Nachhaltigkeit zu erzielen, will Built4People alle Akteure der Wertschöpfungskette des Gebäudesektors und auch des gesamten Lebenszyklus‘ von Gebäuden stärker einbeziehen. Ziele der Partnerschaft sind insbesondere:

  • höhere Leistungsfähigkeit von Gebäuden mit geringerer Umweltauswirkung durch eine erhebliche Steigerungsrate von ganzheitlichen Renovierungen,
  • höhere Qualität bei gleichzeitiger Kostenreduzierung im Bau- und Gebäudesektor, um so das Klima, die Umwelt und das kulturelle Erbe zu schützen und bessere Lebensbedingungen zu gewährleisten.

Partnership Built4People in Horizont Europa

Weil sich die Ziele der Built4People-Partnerschaft mit denen des Rahmenprogramms ergänzen, verfolgt Horizont Europa einen koordinierten Ansatz. Daher finden Sie die Ausschreibungen zu den Zielen der Partnerschaft in Destination 4 des Arbeitsprogramms von Cluster 5.

Dies ist eine sogenannte ko-programmierte Europäische Partnerschaftsinitiative.

 

Ihre Ansprechpartnerin: Priska Sonntag |

Unter dem neuen Namen „Driving Urban Transitions to a Sustainable future“ (DUT) setzt die EU die Joint-Programming-InitiativeUrban Europe“ als Partnerschaft fort. Ziel ist die Schaffung eines Umfelds für die wissenschaftspolitische Zusammenarbeit und Mobilisierung von Städten, Stadtteilen, Unternehmen, gesellschaftlichen Akteuren und Forschungseinrichtungen.

Die Partnerschaft begegnet komplexen städtischen Herausforderungen mit einem integrativen Ansatz. Sie konzentriert sich auf die Forcierung und Unterstützung von urbanen Transformationsprozessen. Übergeordnetes Ziel dabei ist das Erreichen der europäischen und internationalen Nachhaltigkeitsziele, wie z.B. United Nations Sustainable Development Goals, European Green Deal und Leipzig Charta. Unter Einbeziehung städtischer Akteure sollen urbane, regionale und nationale Zielsetzungen und Strategien berücksichtigt werden.

Die Partnerschaft verfolgt dabei drei thematische Schwerpunkte:

  • die Transformation des städtischen Energiesystems,
  • einen integrierten Ansatz für grünere Städte und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft,
  • urbane Räume und Mobilitätssysteme neu denken.

Das Budget der Partnerschaft soll insgesamt rund 210 Millionen Euro betragen.

Dies ist eine sogenannte ko-finanzierte Europäische Partnerschaftsinitiative.

 

Ihre Ansprechpartnerin: Ute Micke |

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