Europäische Partnerschaften: Mehr Impact und Transparenz

Europäische Partnerschaften sind Initiativen, bei denen sich die EU-Kommission und private und/oder öffentliche Partner gemeinsam verpflichten, ein Forschungs- und Innovationsprogramm zu unterstützen. Private Partner können z.B. aus der Industrie kommen, öffentliche Partner können z.B. Ministerien sein. Im Kontext der Partnerschaften gibt es spezifische Förderaufrufe und zum Teil eigene Arbeitsprogramme.

Boote mit aktiven Ruderern auf Wasser
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Partnerschaften im Bereich Klima

Unter Horizont Europa ist aktuell keine europäische Partnerschaft zu Klima in Planung.  Aber: Ein Blick auf die Landschaft der europäischen Partnerschaften lohnt sich dennoch. Insbesondere die folgende Partnerschaften haben einen starken Bezug zu Klimathemen:

Klima-relevante Partnerschaften in Cluster 5

Unter dem neuen Namen „Driving Urban Transitions to a Sustainable future“ (DUT) setzt die EU die Joint-Programming-InitiativeUrban Europe“ als Partnerschaft fort. Ziel ist es, ein Umfeld für die wissenschaftspolitische Zusammenarbeit und Mobilisierung von Städten, Stadtteilen, Unternehmen, gesellschaftlichen Akteuren und Forschungseinrichtungen zu schaffen.

Die Partnerschaft begegnet komplexen städtischen Herausforderungen mit einem integrativen Ansatz. Sie konzentriert sich auf die Forcierung und Unterstützung von urbanen Transformationsprozessen. Übergeordnetes Ziel dabei ist das Erreichen der europäischen und internationalen Nachhaltigkeitsziele, wie z.B. United Nations Sustainable Development Goals, European Green Deal und Leipzig Charta. Unter Einbeziehung städtischer Akteure sollen urbane, regionale und nationale Zielsetzungen und Strategien berücksichtigt werden.

Die Partnerschaft verfolgt dabei drei thematische Schwerpunkte:

  • die Transformation des städtischen Energiesystems,
  • einen integrierten Ansatz für grünere Städte und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft,
  • urbane Räume und Mobilitätssysteme neu denken.

Dies ist eine sogenannte ko-finanzierte Europäische Partnerschaftsinitiative. Ausschreibungen erfolgen über eigene Programme der Partnerschaft.

Den Antragsentwurf der DUT-Partnerschaft können Sie auf der Website der EU-Kommission herunterladen.

 

Ihre Ansprechpartnerin in der NKS KEM: Evelyn Echeverria |

Die Clean Energy Transition Partnership (CETPartnership) ist eine transnationale Initiative zur gemeinsamen Förderung von Forschung, Technologieentwicklung und Innovation (FuE/I) im Bereich Energie.

Durch die gemeinsame und länderübergreifende Förderung von Forschungsprojekten soll die Energiewende unterstützt und beschleunigt werden.

Die Partnerschaft baut auf den beteiligten regionalen und nationalen FuE/I -Förderprogrammen auf und führt ab 2022 bis 2027 jährlich jeweils einen Förderaufruf (Call) in den verschiedenen Themengebieten der Energieforschung und -entwicklung durch. An den ersten beiden Calls in den Jahren 2022 und 2023 sind mehr als 50 Partner aus über 30 Ländern beteiligt. Für diese beiden Calls haben die Partner insgesamt Fördermittel in Höhe von 210 Millionen Euro vorgesehen.

Die verschiedenen Themengebiete der CETPartnership werden in den sogenannten ‚Transition Initiatives‘ (TRIs) abgebildet:

  • TRI 1: Integrated Net-zero-emissions Energy System
  • TRI 2: Enhanced zero emission Power Technologies
  • TRI 3: Enabling Climate Neutrality with Storage Technologies, Renewable Fuels and CCS (Carbon Capture and Storage) and CCU (Carbon Capture and Utilisation)
  • TRI 4: Efficient zero emission Heating and Cooling Solutions
  • TRI 5: Integrated Regional Energy Systems
  • TRI 6: Integrated Industrial Energy Systems
  • TRI 7: Integration in the Built Environment

 

Die Themenschwerpunkte der einzelnen TRIs sowie die Strategie und Zielsetzung der Partnerschaft ist in der Strategischen Forschungs- und Innovationsagenda (Strategic Research and Innovation Agenda: SRIA) beschrieben.

Nähere Informationen zur Partnerschaft und den Ausschreibungen gibt es auf der Webseite der Clean Energy Transition Partership.

Für deutsche Antragsteller gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich auf nationaler oder regionaler Ebene auf die Calls der CETPartnership zu bewerben:

  • National:

    o   über das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

  • Regional:

    o   über das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE)

    o   über das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)

    Ihre Ansprechpartnerin in der NKS KEM: Ute Micke |

Die Partnerschaft „Clean Aviation“ soll die Luftfahrt auf den Weg zur Klimaneutralität bringen – durch Beschleunigung der Entwicklung, Integration und Validierung von insbesondere disruptiven Forschungs- und Innovationslösungen. Neben dem Demonstrieren bahnbrechender technologischer Innovationen gehören zu den konkreten Zielen auch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Beschäftigung im Luftfahrtsektor.

Die technologischen Innovationen sollen es ermöglichen, die Nettoemissionen von Treibhausgasen bis 2030 um nicht weniger als 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Klimaneutralität soll bis 2050 erreicht werden.

Die Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationsaktivitäten der neuen Partnerschaft liegen unter anderem in der Entwicklung der nächsten Generation hocheffizienter kohlenstoffarmer Flugzeuge mit neuartigen Stromquellen, Triebwerken und Systemen. Sie sollen hervorgehen aus der Forschungs- und Demonstrationsphase mit hohem Technologiereifegrad.

Dies ist eine sogenannte institutionalisierte Europäische Partnerschaftsinitiative nach Art. 187 AEUV.

Den Antragsentwurf der Partnerschaft können Sie auf der Website der EU-Kommission herunterladen.

 

Ihr Ansprechpartnerin in der NKS KEM: Dr. Anne Lohoff |

Klima-relevante Partnerschaften in Cluster 6

Die Partnerschaft nimmt die Transformation der europäischen Meereswirtschaft bis 2050 in den Blick. Im Rahmen von „A Clean Planet for All“, des Green Deal und der EU-blue policies will die Partnerschaft eine klimaneutrale, nachhaltige und produktive Meereswirtschaft zum Schutz der Biologischen Vielfalt erreichen. Dabei sollen insbesondere Forschungs- und Innovationsaktivitäten im Bereich Einsatz digitaler Technologien, Umwelt-Beobachtung, Circular Economy, ökosystembasiertes Management und erneuerbare Energien gefördert werden.

Dies ist eine sogenannte ko-finanzierte Europäische Partnerschaftsinitiative. Ausschreibungen erfolgen über eigene Programme der Partnerschaft.

Den Antragsentwurf können Sie auf der Website der EU-Kommission herunterladen.

 

Mehr Informationen zur Partnerschaft finden Sie über die Seiten der NKS Bioökonomie und Umwelt.

Die Water4All-Partnerschaft will langfristig Wassersicherheit für alle erreichen. Sie steht damit im Einklang mit den Zielen des Europäischen Green Deals und wird einen wesentlichen Beitrag für ein gesundes Europa leisten.

Die Maßnahmen der Partnerschaft sollen bis 2030 zu einer deutlichen Verringerung des Wasserstresses beitragen. Im Zentrum der geplanten Maßnahmen steht ein besserer Schutz und  höhere Widerstandsfähigkeit von Wasserressourcen und Ökosystemen. Außerdem sollen die geförderten Maßnahmen eine bessere Anpassung der Wassersysteme an globale Veränderungen erreichen.

Förderschwerpunkte der Initiative sind systemische Transformationen und Veränderungen in der gesamten Forschungs-Wasser-Innovations-Pipeline und die Förderung des Matchmaking zwischen Problemverantwortlichen und Lösungsanbietern.

Dies ist eine sogenannte ko-finanzierte Europäische Partnerschaftsinitiative. Ausschreibungen erfolgen über eigene Programme der Partnerschaft.

Den Antragsentwurf können Sie auf der Website der EU-Kommission herunterladen.

 

Mehr Informationen zur Partnerschaft finden Sie über die Seiten der NKS Bioökonomie und Umwelt.

Die Europäische Partnerschaft Biodiversa+ soll auf den Erfolgen des ERA-Net BiodivERsA aufbauen und vereint Partner aus 39 europäischen und assoziierten Ländern. Im Fokus der Partnerschaft stehen fünf übergreifende Ziele:

  • das Monitoring der Biodiversität und der Ökosystemleistungen in Europa verbessern
  • anwendungsorientiertes Wissen zur Bekämpfung der Biodiversitätskrise erarbeiten
  • die Aussagekraft zu Entwicklung, Einsatz und Bewertung von Instrumenten - insbesondere den naturbasierten Lösungen - verbessern
  • neue Geschäftsmodelle im Kontext von Biodiversität entwickeln
  • eine wissenschaftsbasierte Unterstützung für die Politikgestaltung und -umsetzung in Europa gewährleisten.

Als eine der ersten Partnerschaften startet Biodiversa+ im Oktober 2021. Die erste Bekanntmachung wurde bereits auf der Webseite der Partnerschaft veröffentlicht.

Dies ist eine sogenannte ko-finanzierte Europäische Partnerschaftsinitiative. Ausschreibungen erfolgen über eigene Programme der Partnerschaft.

Den Antragsentwurf können Sie auf der Website der EU-Kommission herunterladen.

 

Mehr Informationen zur Partnerschaft finden Sie über die Seiten der NKS Bioökonomie und Umwelt.

Die Partnerschaft "Circular Bio-based Europe" (CBE JU) ist die Nachfolgeinitiative der Gemeinsamen Unternehmung "Bio-based Industries" (BBI JU) aus Horizont 2020.

Ziel von CBE JU ist es, über die Steigerung der Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit von Produktions- und Verbrauchssystemen  wesentliche Beiträge zu den europäischen Klimazielen bis 2030 zu leisten und den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 zu ebnen. Die nachhaltige Beschaffung und Umwandlung von Biomasse in biobasierte Produkte soll entwickelt und ausgebaut werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verarbeitung in Bioraffinerien . Gleichzeitig sollen Ansätze der Kreislaufwirtschaft wie beispielsweise die Nutzung organischer Abfälle aus der Landwirtschaft, der Industrie und dem kommunalen Sektor angewendet werden.

Außerdem soll der Einsatz biobasierter Innovationen auf regionaler Ebene mit Blick auf die Wiederbelebung von ländlichen und marginalen Regionen unterstützt werden.

Dies ist eine sogenannte institutionalisierte Europäische Partnerschaftsinitiative nach Art. 187 AEUV.

Den Antragsentwurf können Sie auf der Website der EU-Kommission herunterladen.

 

Mehr Informationen zur Partnerschaft finden Sie über die Seiten der NKS Bioökonomie und Umwelt.

Klima-relevante Partnerschaften in Cluster 4

Die Processes4Planet-Partnerschaft soll die Transformation der europäischen Prozessindustrie signifikant beschleunigen. Ihre Vision ist eine zirkuläre Wirtschaft und die drastische Dekarbonisierung der Europäischen Prozessindustrie. Eine Führungsrolle bei der Verwirklichung der bis 2050 angestrebten Klimaneutralität wird dabei ebenso angestrebt wie die gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit.

Dazu identifiziert die Partnerschaft 14 Innovationsbereiche und 36 Innovationsprogramme im TRL-Bereich von 1 bis 9. Im Rahmen von Sektor-übergreifenden Ansätzen sollen neue Technologien (weiter-) entwickelt und in die Umsetzung gebracht werden. Processes4Planet setzt bei der Implementierung seines Forschungs- und Innovationsplanes auf vier Transformationshebel: Prozessinnovation, Industrie-Städte-Symbiose, Digitalisierung und nicht-technische Innovationen.

Dies ist eine sogenannte ko-programmierte Europäische Partnerschaftsinitiative.

Den Antragsentwurf können Sie auf der Website der EU-Kommission herunterladen.

 

Mehr Informationen zur Partnerschaft finden Sie über die Seiten der NKS Digitale und industrielle Technologien.

Die Partnerschaft „Clean Steel“ will langfristig die Führungsrolle der EU beim Übergang der Stahlindustrie zu einem CO₂-neutralen Sektor untermauern und so als Katalysator für andere strategische Bereiche fungieren.

Wichtige Herausforderungen in Forschung, Entwicklung und Innovation sollen adressiert und so die weitreichende Transformation der Stahlindustrie maßgeblich beschleunigen. Dazu sollen bis 2030 bahnbrechende neue Technologien in der Stahlproduktion in Form von großangelegten Demonstrationsprojekten realisiert und zur Umsetzung gebracht werden. Als Zielmarke sollen diese Technologien TRL 8 erreichen und vor allem die CO₂-Emmissionen in der Stahlproduktion bis 2050 um 80-95 % (im Vergleich zu 1990) reduzieren.

Dies ist eine sogenannte ko-programmierte Europäische Partnerschaftsinitiative.

Den Antragsentwurf können Sie auf der Website der EU-Kommission herunterladen. 

Mehr Informationen zur Partnerschaft finden Sie über die Seiten der NKS Digitale und industrielle Technologien.

Die Partnerschaft „Made in Europe“ fokussiert und unterstützt die grundlegende Transformation europäischer Industriebetriebe gemäß den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft, des digitalen Wandels und der klimaneutralen Fertigung. Ziel ist es, zum führenden Anbieter von Lösungen in den Bereichen Ressourceneffizienz, nachhaltige Fertigung, Digitalisierung und Implementation zirkulärer Prozesse zu werden.

Nicht nur der ökologische und digitale Wandel stellen große Herausforderungen für die europäischen Industriebetriebe dar. Sie müssen zukünftig auch schneller und flexibler auf Veränderungen reagieren können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Partnerschaft nimmt deshalb auch Maßnahmen in den Blick, die einerseits die vorhandenen Ressourcen besser bündeln und die andererseits dringend notwendige innovative Geschäftsmodelle hervorbringen sollen.

Dies ist eine sogenannte ko-programmierte Europäische Partnerschaftsinitiative.

Den Antragsentwurf können Sie auf der Website der EU-Kommission herunterladen.

 

Mehr Informationen zur Partnerschaft finden Sie über die Seiten der NKS Digitale und industrielle Technologien.