Destination 1: Klimawissenschaft liefert die notwendige Wissensbasis über das Erdsystem

Das Arbeitsprogramm zu Cluster 5 ist thematisch strukturiert nach so genannten “Destinations”. Darunter finden Sie die Calls bzw. Förderaufrufe mit den entsprechenden Forschungs- und Innovationsvorhaben, für die Sie Fördermittel beantragen können.
Die Aktivitäten in Destination 1 sollen Wissen und Daten über das Erdsystem und dessen Funktionsweise bereitstellen.

Durchsichtige Erdkugel wird von unterschiedlichen Technologiesymbolen umkreist, im Hintergrund Gras.
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Ziel der Klimaforschung in Cluster 5 ist es, Europas Vorreiterrolle in der internationalen Klimaforschung zu erhalten und die internationalen Bemühungen im Klimaschutz weiterhin maßgeblich zu unterstützen.

Hierfür soll die Klimaforschung eine breite und tiefe Wissensbasis über das Erdsystem schaffen und bereitstellen. So schafft sie die Grundlage für situationsbedingte Strategien im Umgang mit dem Klimawandel – und ermöglicht es Europa, seine ambitionierten Klimaziele bis 2030 zu erreichen und den gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Wandel hin zu Klimaneutralität und -widerstandsfähigkeit bis 2050 zu begleiten.

Die Klimaforschung unter Destination 1 soll insbesondere

  • ein besseres Verständnis über vergangene, aktuelle und zu erwartende künftige Änderungen im Klima schaffen,
  • Aussagen über Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme und Menschen treffen,
  • Wissenslücken schließen und
  • Instrumente entwickeln für mehr Kohärenz zwischen Politiken und der Implementierung effektiver Anpassungs- und Vermeidungsstrategien an den Klimawandel.

 

Strategische Hauptrichtungen: “key strategic orientiations”

Der Strategische Plan definiert vier strategische Hauptrichtungen ("Key Strategic Orientations", kurz KSOs), die die Arbeitsprogramme von Horizont Europa bis 2024 bestimmen. Sie spiegeln die politischen Prioritäten der Europäischen Union wider und skizzieren wie Forschung und Innovation diese adressieren können.

C. Die Mobilitäts-, Energie-, Bau- und Produktionssysteme sollen umgestaltet werden. Damit soll Europas Wirtschaft zur ersten digital unterstützten Kreislaufwirtschaft und zur klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft umgebaut werden.

Und: In der KSO C soll die Klimaforschung umfassend zur Impact Area “Vermeidung und Anpassung an den Klimawandel” beitragen.

Erwartete Wirkung: „expected impact“

Entsprechend des Strategischen Plans ist die erwartete Wirkung der Destination 1, den Übergang zu einer klimaneutralen Gesellschaft und Wirtschaft zu ermöglichen – durch Klimawissenschaft, durch Strategien zum Umgang mit dem Klimawandel (Vermeidung und Anpassung) sowie durch Verhaltensänderungen. Dabei stehen neben der generellen Stärkung des Europäischen Forschungsraums mit Blick auf den Klimawandel insbesondere folgende Aspekte im Fokus:

Aktivitäten in Destination 1 sollen die Wissensbasis erweitern und Lösungen bereitstellen mit Blick auf

  • das Erdsystem,
  • Wege und Strategien hin zur Klimaneutralität,
  • Anpassungen an den Klimawandel inklusive Klimadienstleistungen,
  • Sozial- und Geisteswissenschaften im Klimaschutz sowie
  • ein besseres Verständnis über Wechselwirkungen zwischen Klima und Ökosystemen.

Aktivitäten unter Destination 1 sollen einen maßgeblichen Beitrag zu internationalen Assessments leisten, wie sie etwa der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz IPCC) oder die Europäische Umweltagentur (European Environment Agency) realisieren. Beispiele sind hier

  • IPCC-Berichte,
  • Europäische Umweltzustands- und Prognoseberichte oder
  • The European environment state and outlook (SOER).

Erwartet wird auch ein Beitrag zu mehr Transparenz, Robustheit und Zuverlässigkeit der Daten. Auch deren praktische Nutzung durch politische Entscheidungsträger, Praktiker, Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Interessensgruppen wird in den Blick genommen.

Das “Do No Significant Harm”-Prinzip gilt für das gesamte Rahmenprogramm und ist besonders relevant für Cluster 5. Die EU Kommission sieht gerade in Cluster 5 eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass vorgeschlagene Lösungen in einem Bereich negative Auswirkungen auf einen anderen Bereich haben könnten. In ihrem Antrag sollten Sie daher bei der Impact-Betrachtung und in Ihrer Risikobewertung Punkt für Punkt prüfen, ob die vorgeschlagenen Lösungen und Wege andere Umweltbereiche tangieren und diese gegebenenfalls negativ beeinflussen könnten.

Ein Großteil der Ausschreibungen unter Destination 1 fordern explizit die Beteiligung von SWG-Disziplinen und entsprechende Expertise. Die SWG sollen insbesondere dazu beitragen, den gesellschaftlichen Impact zu erhöhen. Dazu zählen auch soziale Innovationen in Form neuer Instrumente, Ideen und Methoden für ein aktiveres Engagement der Bürgerinnen und Bürger. In den Blick genommen werden dabei auch weitere Treiber für den gesellschaftlichen Wandel, Aspekte des sozialen Eigentums und neue gesellschaftliche Praktiken.