Energie in den Clean Industrial Deal Calls -
Horizontale Aktivitäten im Arbeitsprogramm 2026-2027

Die Clean Industrial Deal Calls adressieren Innovationsvorhaben in den letzten Entwicklungsphasen mit dem Ziel, die Entwicklung neuer Generationen einsatzbereiter Technologien in den Bereichen saubere Technologien, saubere Energie und CO₂-neutrale Fertigung zu fördern.

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Call - R&I in Support of the Clean Industrial Deal

Der Clean Industrial Deal ist eine Strategie der Europäischen Kommission, mit der die EU ihre Industrie klimaneutral, wettbewerbsfähig und widerstandsfähig machen will. Aufbauend auf dem European Green Deal verbindet er Klimaschutz mit Industrie- und Wirtschaftspolitik. Ziel ist es, den Übergang zu CO₂-armen bzw. CO₂-freien Produktionsweisen zu beschleunigen und gleichzeitig die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu sichern.

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, geopolitischer Risiken in Lieferketten und zunehmenden Wettbewerbs im Bereich sauberer Technologien sollen Investitionen in erneuerbare Energien, moderne Infrastruktur, innovative Produktionsprozesse und Clean-Tech-Lösungen deutlich ausgeweitet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf energieintensiven Industrien wie Stahl, Zement, Chemie und Metallen, deren Dekarbonisierung beispielsweise durch Elektrifizierung, Wasserstoff, CO₂-Abscheidung und Kreislaufwirtschaft vorangetrieben werden soll.

Zu den zentralen Maßnahmen gehören die Förderung von Forschung und Innovation, die Unterstützung von Demonstrations- und Großprojekten zur schnelleren Markteinführung neuer Technologien, der Ausbau von Energie- und Speicherinfrastrukturen sowie die Stärkung europäischer Industrie- und Lieferketten. Insgesamt soll der Deal dazu beitragen, Klimaziele zu erreichen, industrielle Wertschöpfung in Europa zu sichern und neue Märkte für klimafreundliche Technologien zu erschließen.

Im Dezember 2025 hat die EU-Kommission im Rahmen von Horizont Europa den neuen Förderaufruf „R&I in Support of the Clean Industrial Deal“ veröffentlicht. Mit diesem sollen Forschungs- und Innovationsprojekte unterstützt werden, die die Entwicklung, Demonstration und Markteinführung sauberer Technologien beschleunigen und somit die Dekarbonisierung der europäischen Industrie vorantreiben. Der „Clean Industrial Deal“-Call (CID) ist Teil des neuen Arbeitsprogramms für „Horizontale Aktivitäten“ für die Jahre 2026–2027 und hat ein indikatives Budget von rund 600 Millionen Euro für diesen Zeitraum.  Gefördert werden vor allem technologisch weit entwickelte Demonstrationsprojekte mit klarer Perspektive für eine rasche Markteinführung („fit for deployment“). Der industriegetriebene, thematisch offene Ansatz konzentriert sich insbesondere auf zwei Bereiche: „Clean Tech for Climate“ und die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien.

Dafür sind zwei Topics ausgeschrieben, die in zwei Calls in den Jahren 2026 und 2027 geöffnet sind.

  1.  R&I in Support of the Clean Industrial Deal: Decarbonisation of energy intensive industries (IA) (Processes4Planet and Clean Steel partnerships); Beratung durch die NKS DIT
  2.  R&I in Support of the Clean Industrial Deal: Clean Technologies for Climate Action; Beratung durch die NKS KEM

Die Projekte zu diesen Förderaufrufe sollen dazu beitragen, saubere Technologien in Sektoren wie Energie, Industrie und Transport schneller einzusetzen, die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu stärken, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und resilientere Wertschöpfungsketten aufzubauen. Gleichzeitig sollen öffentliche und private Investitionen mobilisiert sowie langfristig die Energiekosten gesenkt werden.

Ein zentraler Bestandteil der Projektanträge ist ein fundierter Businessplan mit klarer Markteinführungsstrategie. Darin müssen unter anderem Zielmärkte, Marktpotenziale, Wettbewerbsbedingungen, Finanzierungsmodelle sowie regulatorische und organisatorische Anforderungen beschrieben werden. Ziel ist es sicherzustellen, dass die entwickelten Technologien nach Projektende tatsächlich in den Markt überführt und industriell eingesetzt werden können.

Der Förderaufruf „R&I in Support of the Clean Industrial Deal“ wird durch eine Reihe spezifischer sektoraler Maßnahmen innerhalb des Clusters 4 („Digitales, Weltraum und Industrie“) und des Clusters 5 („Klima, Energie und Mobilität“) ergänzt, darunter Aktivitäten der Clean Hydrogen Partnerschaft als Teil eines insgesamt koordinierten Portfoliomanagementansatzes.

 

HORIZON-CID-2026-01-02: R&I in Support of the Clean Industrial Deal: Clean Technologies for Climate Action

  • ToA: Innovation Action (IA)
  • Budget: 150 Mio. €
  • Erwarteter EU-Beitrag pro Projekt: 15.00-25.00 Mio. €
  • Voraussichtliche Anzahl geförderter Projekte: 8
  • Call-Öffnung: 18.05.2025
  • Einreichungsfrist: 15.09.2026

 

HORIZON-CID-2027-01-02: R&I in Support of the Clean Industrial Deal: Clean Technologies for Climate Action

  • ToA: Innovation Action (IA)
  • Budget: 140 Mio. €
  • Erwarteter EU-Beitrag pro Projekt: 15.00-25.00 Mio. €
  • Voraussichtliche Anzahl geförderter Projekte: 8
  • Call-Öffnung: 12.01.2027
  • Einreichungsfrist: 15.09.2027